DAN-GRADE IN JUNGEN JAHREN.

DIE LEITER DER HIRACHIE.

Vom Yudanshi (Meisterschüler, Unterstufe) zum Kodanshi. (Meister, Oberstufe zum Zenit) Der Scheitelpunkt sieht für jeden persönlich anders aus.

Ich oute mich öffentlich! Ich bin Befürworter für DAN-Prüfungen im jungen Lebensalter. „Die Seele eines Kindes nimmt keinen Schaden durch eine Graduierung zum Yudanshi!“ (Klaus Möwius) Hierzu möchte ich meine persönliche praktische Erfahrung aus Japan einbringen. Dazu 3 Bilder aus meiner Zeit als eingeschriebener Judostudent im Kodokan (Hotel) in Tokio. 10 Wochen Aufenthalt (Gaststudent) Auf unserem Nebenzimmer wohnte ein 15 jähriger japanischen Junge, Kokichi Ichi 2. DAN. Wir nannten ihn liebevoll, „Unser Baby.“ Bild 1 zeigt diesen auf unserem Zimmer. Übrigens, das war kurz vor unserer Abreise, es standen, wie zu sehen ist, im Hintergrund schon die gepackten Rucksäcke.

Bild 2 zeigt Mitstudenten aus aller Welt vor dem Kano -Denkmal. Von links: der Deutsche Gotthelf Moseleit damals 4. DAN; der Grieche Ari Aridis 1. DAN; Ich, damals 5.DAN; unsere „Baby“, 2. DAN; der Kanadier Jack Rerri 2.DAN. Rerri war ein super Bodenspezialist!

Bild 3 zeigt diverse japanische Teilnehmer der „Alljapanischen Kata- Sommerschule“, die immer im Juli im Kodokan stattfindet. Fange ich mit den Sportlern des Bildes 3 an: Hier am Tage des Fotos hatten wir das Thema „Yudanshi “ diskutiert. Um meinen Schriftsatz nicht zu lang werden zu lassen, bringe ich immer das Fazit. Fazit der Diskussion: Yudandshi, 1. 2. DAN beschreiten den Weg der Suchenden. Aus diesem Grunde können den auch schon sehr junge Menschen beschreiten. Ab 13./14. Lebensjahr.

Im Zusammenhang mit Foto 1, -- kann ich berichten, dass ich die Ehre hatte, mit dem Vater des Jungen zu sprechen. Nebenbei denke ich, es war eine gebildete Familie, die auch die Philosophie und Historie beherrschte. Er sagte mir fast wörtlich: „Ich habe Kokichi hierher geschickt, dass er seinen jetzt eingeschlagenen Weg erfolgreich weitergehen kann, um vom suchenden Yudanshi auf den erfolgreichen Weg des Kodanshi weiterzugehen.“ Auch im übertragenen Sinne für sein Berufsleben. Das jugendliche Alter seines Sohnes, im Zusammenhang mit seiner Graduierung, sah er als normal an. Es war, im Gegensatz zu uns, (Europäer) nicht das unreife, andere Hirn eines Teenies, dem die geistige Reife fehlt. Bewiesen ist, dass die Bandbreite der persönlichen Veränderungen im Jugendalter extrem groß ist. Deshalb sind Erfolgserlebnisse in dieser Entwicklungsphase besonders wichtig. Denn,--sehr wichtig,--das nach jahrelangem Kindertraining die Graduierung zum Meisterschüler. (Yudanshi, 1. DAN) der Entwicklung dient.

Mit Bild 3. Will ich nur die Freundschaft und Völkerverständigung ausdrücken, die sehr verbinden kann, wenn man die gleichen Interessen vertritt. Denkt man jetzt noch philosophisch, so kommt man zu dem Ergebnis, dass auf dem Bild 3 der Budoweg, das DO, gegangen worden ist. Denn vertreten waren alle, Yudanschi und Kodanshi aus 4 Nationen! Unser „Baby, 15 Jahre, 2. DAN. Ich, 48 Jahre, 5.DAN. Dazwischen liegen 33 Lebensjahre. Die anderen auf dem Bild sind, Moseleit 36, Jack und Ari ca. 23 Jahre. Das bringt mich auch zu der Überzeugung, dass man die europäische Gesetzgebung, wie Führerschein und Waffenschein, nicht zur Grundlage für das Alter einer DAN-Prüfung (Stufenprüfung) machen kann. Hier im Zusammenhang über den Wert der geistigen Reife zu reden, ist für mich fehl am Platze. Dieses Japanerlebnis hatte ich fast auf den Monat genau vor 30 Jahre. Am 21. 6. 1980 ging unsere Reise los. Ich bin überzeugt davon, dass praktische Erfahrung immer mehr bringt als graue Theorie. Selbst dann, wenn man versucht, seine Theorie wissenschaftlich zu belegen und in guter Rhetorik oder Schriftsätze verpackt! Denke, dass meine Ausführungen allgemein interessieren könnten.

Freundliche Grüße

Klaus Möwius

P.S.: Hab noch viele, viele DIAS von meinem Japanaufenthalt. Würden für einen schönen Japan- DIA -Abend ausreichen.